Django – Hovawart Mischling

 

Rasse: Hovawart Mischling

Geschlecht: Rüde, unkastriert

Wurftag: 05.11.2002

in der Station seit: Februar 2008

Paten: Katrin Weggemann-Schulz und Ulrike Heitmann

 

 

 

Unser Django ist einer der Oldies der Station. Von seinem bisherigen Leben hat er ca 6 unglaubliche Jahre als Kettenhund verbracht – nämlich von seiner Jugendzeit bis zu einem kurzen Zwischenstopp in der Tierauffangstation Neumünster – die den Django zu uns gab. Dieser Hund ist unglaublich freundlich und noch bewegungsfreudiger – er muß so viel laufen in seinem Leben nachholen! Ich habe ihn einmal beobachtet, wie er sage und schreibe fast 45 Minuten ununterbrochen mit der Nase auf dem Boden über den Platz fegte – erst dann konnte er innehalten und in Ruhe etwas beschnüffeln!

Django hat die klugen, ruhigen und wissenden Augen des älteren Hundes. Voller Wärme und Intensität schaut er uns direkt an – ohne Scheu, ohne Hektik und inzwischen voller Vertrauen. Als Django zu uns kam, war er so viel Nähe und Menschenkontakt nicht gewohnt,  er freute sich sehr intensiv und war schon einmal etwas sehr stürmisch. Inzwischen hat er gelernt, dass wir Menschen ab und an etwas Distanz brauchen und keine dicken Pfoten oder Nasen auf weißen T-Shirts mögen. Er kann ein wunderschönes Sitz und ein noch schöneres Platz machen und  – letztendlich reicht das ! Eine weitere intensive Ausbildung haben wir ihm erspart – wir sind zufrieden, wenn er mit uns spazieren gehen mag und mit seinem Spielzeug rumtobt!

 

 

Er kann sich so unglaublich freuen und rollt und kaspert rum – wie ein junger Hund !

Dabei ist dieser Herr Hund schon fast 9 Jahre alt!

Spielen, laufen, toben, schnüffeln ! Das mag Django, wenn er draussen ist.

Muß er wieder in den Zwinger, liegt er meistens auf seiner Hundehütte und beobachtet den Eingangsbereich vor der Diele.

 

Eigentlich war er etwas angeschlagen, als er zu uns kam. Er war zu dünn und sein Fell zu stumpf, seine Zähne und das Zahnfleisch in keinem guten Zustand, die Ohren stark entzündet. Eine Rundumsanierung war angesagt und bis auf die Ohren ging es ihm auch besser. Letzen Winter, bei Eiseskälte – bekam er Probleme mit seiner Haut – er warf die Oberhaut förmlich weg und das Fell wuchs aus dem rohen Fleisch. Eine Laboruntersuchung brachte kein klares Ergebnis. Wir wechselten das Stroh gegen warme Decken, salbten, cremten und pflegten. Keine wirkliche Besserung. Wir ließen das Trockenfutter weg und stattdessen bekam er Dose. Aber auch das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Da half nur eines: Django wurde auf Frischfleischfütterung umgestellt – er bekommt keine chemisch aufbereiteten Nahrungsmittel mehr. Frisches Fleisch, Gemüseflocken, Öl, Kalk, Ei, Joghurt, Quark, Obst – das ganze Programm des B.A.R.F. – er hat eine eigene Schublade in unserem Gefrierschrank! Django ist begeistert, die Möhren sortiert er möglichst aus, Reis mag er auch nicht so gerne, aber Pansen! Und Herz! Er hat ein wundervolles weiches Fell bekommen, die Haut ist geheilt und deshalb behalten wir diese Art der Fütterung für ihn bei, keine Chemie, so gut wie kein Getreide – dann geht es ihm gut. Djangos Ohren müssen regelmäßig gepflegt und gereinigt werden. Das mag er nicht so gerne und vorsichtshalber setzen wir dann den Beißkorb auf.

Django liebt es, im Auto zu fahren. Kaum sieht er eine offene Kofferraumklappe – schwupps, will er hinein, egal ob noch Einkaufstüten drinstehen oder vor lauter Getränkekisten eigentlich gar kein Platz für diesen großen Hund ist. Während der Fahrt liegt er und ward nicht mehr gesehen oder gehört.

Hovawartlike ist er ein guter Wachhund und weiß sehr genau, wer in die Station gehört und wer neu ist. Alle neuen Menschen und Hunde werden sofort gemeldet -  dann ist auch wieder Ruhe. Mit meiner Mascha kann er wunderbar spielen, mit anderen Rüden eher nicht – laufen  Max und Mascha auf der Diele herum und er sieht die beiden vom vorderen Zwinger aus – so stört es ihn nicht. Allerdings möchte er unseren Kater liebendgerne mal so richtig dicht vor der Nase haben und ist bereit, dafür so manches Hindernis zu überspringen! Mehr Macken hat er aber nicht – ! Er ist damit  also eigentlich ein einfacher Hund, oder?

So erwartungsvoll und aufmerksam schaut er - ich glaube  er ist eigentlich mit seinem Leben recht zufrieden. Morgens ist sein erster Job die Bewachung des Hundeplatzes, wenn ich ins Büro fahre. Frühstück essen, ein kleines Nickerchen, wieder raus auf den Platz. Pause! Nachmittagsspaziergang – etwas selbstgebackenen Keks und beobachten, was auf dem Hundeplatz so geschieht. Nochmaliges Bewachen des Hundeplatzes, anschließend Abendessen. Eine letzte Runde um sich zu lösen, dann – ab ins Körbchen! Morgens liegt er total entspannt auf seiner Hütte um mir einen Wedler mit einem kleinen Lächeln zu schenken! 

Django liebt es zu kuscheln und sich den Bauch kraulen zu lassen – er würde bestimmt auch wunderbar auf ein Sofa passen!

So sind wir gespannt auf die Menschen, die Django einen schönen großen Garten zur Verfügung stellen, der allerdings gut eingezäunt sein muß. Menschen, die keinen Hundeplatzgehorsam üben möchten, sondern einfach einen Hund Hund sein lassen, die Liebe geben können und ihr ganzes Herz diesem unglaublichen Senior schenken möchten!

 

August 2010 / Beatrice Hoff

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