Rasse: Dogo Argentino
Geschlecht: Hündin, unkastriert
Wurftag: 17.03.2002
In der Station seit: Juni 2006
Paten: Nicole Schnabel und Marion Reetz
Sommer 2006 - Dogo Argentino Hündin Zora kommt aus der Schweiz in die Nothundestation.
Sommer 2010 – Dogo Argentino Hündin Zora befindet sich seit nunmehr 4 Jahren fast ununterbrochen in der Station.
WARUM?
Es sind da so einige Warum`s im Raum. Zum einen: Warum ist Zora in der Station? – Sie soll in der Schweiz gebissen haben – was eine Euthanasie zur Folge gehabt hätte. Nur eine sofortige, schnelle Einwanderung in die Bundesrepublik konnte sie am Leben erhalten.
Zum anderen: Warum wird sie nicht vermittelt? Beißt sie nun alle Menschen? Gehorcht sie nicht? Macht sie schlimme Sachen? Ist sie gar ein "Kampfhund"?
Richtig ist, dass der Dogo Argentino in einigen Bundesländern per Gesetz als Hund mit erhöhtem Aggressionspotential eingestuft wird und von daher die Haltung an genau definierte Bedingungen geknüpft ist. Dieser Tatsache ist unbedingt Rechnung zu tragen.
In Schleswig-Holstein gilt der Dogo Argentino NICHT als Listenhund.
Richtig ist, daß Zora hervorragend gehorchen kann, wenn sie einen Sinn darin sieht. Mit dieser Einstellung ist sie in allerbester Dogo Gesellschaft, diese Eigenschaft ist in vielen Rassebeschreibungen nachzulesen. Richtig ist ebenfalls, dass Zora gerne schmust und kuschelt und in ihrem Zwinger so einiges an Kissen, Bettdecken, Knabberkram und anderen Dingen vorzufinden ist. Zur Zeit verhandeln wir gerade über einen zusätzlichen TV-Sender. 
Richtig ist ebenfalls, dass Zora im Winter friert und einen Mantel trägt, den sie allerdings nicht leiden mag und im nächsten Winter gerne einen anderen hätte, in dem schwarz-roten Modell hatte sie immer leicht schlechte Laune: 
Richtig ist auch, dass Zora gerne hinter Katzen herjagt, keine anderen Hündinnen mag und das auch massiv zu zeigen weiß, ebenfalls mag sie nicht alle anderen Rüden sowie sie nicht alle Menschen. Desweiteren ist sie in der Lage, im Haus und auf dem Grundstück für Sicherheit und Ordnung zu sorgen – es kommt niemand rein, der da nicht hingehört. Man spart die Kosten einer wartungsintensiven Alarmanlage und die Direktschaltung zur örtlichen Polizei. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass Zora keinen anderen Hund im Haus neben sich duldet. Ihre Prüfung zum Hundeführerschein hat sie mit 1+ absolviert, glatte Höchstpunktzahl.
So, und das war es mit den Warum`s. Jeder, der ein wenig über die Rasseeigenschaften informiert ist, wird geschmunzelt haben, da es für eine Dogo Dame völlig normale Lebenserwartungen sind. Lady Zora hat ganz genaue Vorstellungen vom Leben und macht keine Kompromisse.
Nur manchmal, nachts, und besonders im Winter, dann ist sie so unendlich traurig und weint. Dann hat sie Sehnsucht nach einem warmen Wohnzimmer und lieben Menschen, die sie kraulen und mit aufs Sofa lassen. Zora weint so laut, dass ich es im Bett höre….morgens ist sie froh, wenn die Nacht zu Ende ist. 
Ich mache mir große Sorgen um Zora. Sie ist nun schon so lange bei uns, niemand denkt mehr darüber nach warum. Jeder ist bemüht, sich um sie zu kümmern und ihr den Tag so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber das reicht nicht aus, da sie mit zunehmendem Alter immer trauriger zu werden scheint. Oft liegt sie draussen im Auslauf und schläft. Ein schneller Blick – atmet sie noch?
Wir hatten Zora 2007 an eine nette kleine Familie vermittelt. Zora hat gut auf ihre Leute aufgepasst, vielleicht zu gut, denn diese ließen es zu, dass Zora weglief und als Fundhund in unsere Station kam. Sie blieb bei uns und brauchte eine lange Zeit, um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Ich glaube, sie hat sich nun wieder in den Stationsalltag gefügt.
Ihr persönliches Highlight der Woche ist der Freitagnachmittag mit der Schnüffelstunde. Zora ist unschlagbar und stets die beste Schnüfflerin des Tages!
Es ist müßig nun aufzuzählen, was diese wunderschöne und charaktervolle Hündin alles braucht, oder was sie nicht ertragen will und muß:
Sie braucht einfach Menschen, die sie lieben wie sie ist.
Einfach eine typische Dogo Argentina – unsere Lady Zora
September 2010 / Beatrice Hoff


